CREDO

Credo, Zeichentrickfilm, 6 Minuten 30 Sekunden
35mm Farbfilm, DTS Stereo Surround, Bildverhältnis 1:1,66,
deutsch gesprochen, f/e untertitelt
Schweiz 2000, Produktion: SWAMP GmbH

Animation von Hand gefertigt, gescannt und mittels dem Programm CTP von cratersoftware digital eingefärbt, schattiert und arrangiert. Daten digital direkt auf Film belichtet.

Anzahl Zeichnungen pro Sekunde: 12, oft 24 mit bis zu 27 Ebenen
Total Anzahl Zeichnungen: über 14’000
Szenen/Einstellungen: 2 Szenen mit total 54 Einstellungen
Hintergründe: 48, mit bis zu 14 Ebenen
Total benötigte Blatt Papier: ca. 23’000
Kosten: ca. CHF 325’000.--
Total aufgewendete Arbeitsstunden: rund 20’000
Produktionsdauer: Oktober 1999 - August 2000
Anzahl MitarbeiterInnen: 31 (auch Teilzeit und Schicht)
Total verarbeitete Datenmenge: 60 Gigabyte (ohne Ton)
Datum der ersten Aufführung: 14. August 2000

 

 

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Bilder aus dem Storyboard.

Ikebana und ihre Band Ikebanas Band "The Sheep Devils" intoniert die bekannte Luzerner Band "Melk Them"
 

Interview mit der Hauptdarstellerin Ikebana

Ikebana, in «Credo» hast du einen prominenten Auftritt als wilde Rockmusikerin, aber jetzt machst du einen ziemlich zivilisierten Eindruck...

Na ja, die Haare hab’ ich mir nicht mehr rot gefärbt... sonst dreht man sich auf der Strasse ja nach mir um. Zudem habe ich es gehasst, die tägliche Schminkerei, der Lippenstift und so. Ansonsten war die Arbeit aber ganz wunderbar.

Wie muss man sich eine fast zehnmonatige Zusammenarbeit in einem ständig sich vergrössernden Team vorstellen? Die Aufnahmen wurden ja alle in einem kleinen Studio gemacht und nicht draussen auf einer wirklichen Alp.

Das ist ja bei Trickfilmen meistens so. Im Freien spielt sich da fast nichts ab. Gut, das Studio war ja nicht so klein, aber mit der Zeit wurde es dann aber schon etwas eng... Dutzende von Schafen, ein zeitweilen 30-köpfiges Team das sich rund um die Uhr in die Arbeit teilte und Tausende von Zeichnungen.

Und Hans der Hirte.

Ja, Hans der Hirte war wirklich ein Problem. Der Kerl ist nicht nur im Film ein Widerling, er war auch am Dreh klotzig gross und unsensibel. Körperlich wie geistig total unbeweglich. Ich glaube, es hat ihm Spass gemacht, uns wirklich zu quälen! Aber wir sind schliesslich Profis. Bei Stunt-Aufnahmen kriegt man halt ab und zu etwas ab.

Nun ist Raebers «Credo» ja ein sehr persönlicher Film zu einem ganz aktuellen Thema: Er kritisiert die römisch-katholische Kirche und zeigt sich trotzdem versöhnlich mit Gott und seinen Schäfchen. Hat das deine Mitarbeit je in Frage gestellt?

Zunächst muss ich da mal festhalten – und ich glaube, da spreche ich allen Gewerkschafen aus dem Herz – dass wir von der Kirche natürlich nie gefragt wurden, ob uns das Bild des himmlischen Hirten mit seiner frommen Schäfchenschar überhaupt passt. Ich distanziere mich von der Idee, wir Schafe seien gerade mal blöd genug, um einem Hirten willige Untertanen zu sein. In «Credo» wird genau das thematisiert und umgekehrt: Die Schäfchen denken und handeln. Das ist es, was mich beim Lesen des Storyboards von Anfang an gepackt hat. Welche Probleme der Vatikan mit seinen Schäfchen hat, kümmert mich ehrlich gesagt wenig.

Andererseits soll es aber auch Kinobesucher geben, die Probleme mit diesem Film haben...

Die paar wenigen, die das Kino nach dem Vorfilm verliessen? Hör mal: Bald wird es soweit sein, dass sich Leute an der Kinokasse melden, um nur den Vorfilm zu sehen. Was willst du mehr?

Ein Schlusswort?

Wie wär’s mit einem Rätsel? Wieso fällt es dem Papst zusehends schwerer, abends einzuschlafen? Weil er immer weniger Schäfchen zu zählen hat...

Helen Banz

Alle Rechte vorbehalten SWAMP 2000